Von Trosa nach Mem

So schön Trosa auch gewesen war, so war ich doch froh als Max wieder hier war und wir ein Etmal weiter kamen. Als nächstes wollten wir noch einmal in die Schären raus bevor wir in Mem sein mussten, dem Starthafen unserer Tour durch den Göta-Kanal.

Es war tropisch schwül als wir uns auf den Weg machten aber der Wind war günstig und wir flitzten nur so nach Fifäng, unserem ersten Ziel.

Nun ja wie soll ich sagen: wir (oder AnnaSophie) hatten es eilig?!

In Fifäng hatten wir schon auf dem Hinweg Halt gemacht. Diesmal verwandelte das tropische Wetter die Bucht in eine Wetterspektakel-Arena.

Ein kurzer Regenschauer färbte den Himmel bedrohlich schwarz, nur um uns kurze Zeit später…

…mit diesem gewaltigen Doppel-Regenbogen das Abendessen zu verschönern…

…und als Zugabe kurz vor dem zu Bett gehen noch einmal so richtig Gas zu geben. Beim anschliessenden (fast Voll-) Mondaufgang machte leider meine Kamera schlapp. Was für ein Abend!

Am nächsten Morgen war das Wetter soso lala. Wir setzten trotzdem Segel. Und hatten danach alle Hände voll zu tun…

Nicht zum ersten Mal mussten wir hier in Schweden unter Segel zickzack fahren. Aber wir schlängelten uns professionell durch die engen Wasserwege und zwischen den Schären hindurch an unser nächstes Ziel…

…die Insel Ringsö. Wir warfen Anker und machten erst mal einen Besuch auf der grössten Erhebung des verwinkelten Archipels. Und der Ausblick war atemberaubend! Nur zwei drei andere Boote waren anwesend. Die Hauptsaison war ganz offensichtlich zu Ende. Hier wollten wir für ein paar Tage! bleiben.

Am nächsten Tag gingen wir wieder an Land zum Pilze suchen. Aber da war nix zu machen. Keine Pilze und keine Beeren. Aber dafür fanden wir etwas anderes…

…diese Bucht. Kein anderes Boot weit und breit. Yep! Hier konnten wir endlich mal versuchen so wie die Schweden zu parkieren. Und das ohne Zuschauer…! Wir eilten zu unserem Boot zurück. Aber erst mal mussten wir herausfinden, ob die Route in die Bucht überhaupt tief genug war.

Und so machten wir erst mal einen Erkundungstörn mit dem Beiboot und – nicht lachen jetzt – ausgerüstet mit einem Lot. Damit loteten wir den Pfad aus den wir nehmen wollten. Ausserdem konnten wir feststellen, ob an dem Platz, den wir ausgesucht hatten die erforderliche Handbreit Wasser vorhanden war. Naja, wie richtige Anfänger halt.

Bald darauf hatten wir die Stelle mit AnnaSophie ohne Schäden erreicht. Aber uff, es waren vier oder fünf Anläufe nötig, um das Boot sicher zu platzieren. Und das Vertäuen brauchte noch einmal so viele Anläufe. Hmmm, muss geübt werden. Aber zum Glück hatten wir keine Zuschauer, die hätten sich sicher gewundert, was wir da veranstalten.

Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ein- und Ausstieg waren ein Kinderspiel. Jetzt hatten wir die schwedische Feuer- (Wasser) Taufe bestanden. Yeah, von jetzt an konnten wir zurücklehnen und uns selber auf die Schulter klopfen.

…und unseren Erfolg begiessen und geniessen.

Das Wetter war immer noch sommerlich schön. Ein, zwei Boote kamen und gingen. Wir blieben drei Tage. Ringsö war einfach zu schön und Natur pur!

Ab und zu gab es was zu tun, Wäsche waschen, Seppi trockenlegen, schwimmen, faulenzen oder aber einfach staunen darüber was für ein Glück es war Schiffseigner zu sein.

Hierzu brauche ich ja nichts zu sagen… 😉

58°44’13.42″N/17°26’37.87″E

Schweren Herzens nahmen wir Abschied von unserem Paradies und setzten wieder Segel. Ach, es gab einfach zu viel zu sehen hier! Und wir mussten in einer Woche in Mem sein. Aber erst mussten wir wieder mal Proviant bunkern. Nach einer Woche Leben in der Wildnis waren unsere Vorräte leer.

Oxelösund. Oh Himmel! Die Marina war komplett leer und auch sonst war die Stadt eine Enttäuschung. Dies war einmal ein florierendes Zentrum der Schwedischen Holzindustrie gewesen, aber jetzt machte es einen eher heruntergekommenen Eindruck. Überall sah man verlassene Industrieanlagen. Nur einzeln dampfte noch schwarzer Rauch aus den Kaminen.

Das Einkaufszentrum in der Stadt hätte dringend eine Renovation gebraucht. Wir sahen viele gebrechliche Leute, die sich nur mit Krücken oder Rollatoren vorwärts bewegen konnten. Wir konnten jedoch unsere Vorräte wieder füllen und machten uns alsbald wieder aus dem Staub.

Ka-Bumm! (Kleiner Scherz)

Smooth sailing…

Pffff…die Luft ist raus (Kein Scherz)

Den Rest des Weges mussten wir mit gestutzten Flügeln zurücklegen…und kamen an allerlei Kuriosem vorbei.

Und ja, auch Flauten haben ihren Reiz.

Unser nächster Ankerplatz war ein alter Bekannter. Hier hatten wir vor ein paar Wochen noch mit der Familie meines Bruders geankert und den Sommer in vollen Zügen genossen. Und jetzt waren wir die Einzigen. Unglaublich.

Das einzige Geräusch waren die Grillen an Land und die springenden Fische, die schon fast übermütig um uns herumturnten. Offenbar hatten die schnell gemerkt, dass wir keine Angelrute an Bord hatten.

Aber auch diese “Störenfriede” gaben irgendwann einmal Ruhe und es war Mucks. Mäuschen. Still.

Den nächsten Tag gingen wir gemütlich an. Wir wollten nicht viel Strecke machen und so blieb genügend Zeit zu schwimmen, chillen und für einen Landgang.

Doch der schöne Sommer hatte Spuren an der Vegetation hinterlassen: alles war ausgetrocknet und bei jedem Schritt knisterte es trocken unter den Füssen…!

Ausser einer Hand voll Preiselbeeren fanden wir nichts, das wir kulinarisch hätten verwerten können. Und auf die Idee, die hübschen Libellen zu grillieren, die unser Boot in Scharen umschwirrten, kamen wir schon gar nicht.

Am Nachmittag machten wir uns dann auf zu unserem nächsten Ziel. Wind war nicht vorhanden und so tuckerten wir gemütlich im Zickzack durch die Menschen- und Boot leeren Schären.

Es war ja noch nicht lange her, da hatten wir mit der Familie meines Bruders Harstena einen kurzen Besuch abgestattet. Diesmal wollten wir länger bleiben und deshalb quetschten wir uns durch dieses Nadelöhr, um in die Flisfjärden Bucht zu gelangen. Wieder mal ein wenig Nervenkitzel konnte ja nicht schaden.

Anfänglich hatten wir versucht, uns ganz nach Schweden-Manier wieder an einen der zahlreichen Felsen zu parkieren, aber diesmal hatte die Paranoia die Überhand und am Ende warfen wir kleinlaut in der Mitte der Bucht unseren Anker aus.

Kurz darauf gingen wir an Land. Ich wollte mit Max all die schönen Örtchen hier auf der Insel noch einmal besuchen, noch einmal Zimtschnecken schmatzen und in dem gemütlichen Café was trinken.

Aber nix da! Alles schon zu! Die Schulferien sind vorbei, also alles zu machen. Bäckerei war zu, ebenso die Fischräucherei. Darin sind die Schweden schon speziell. So richtig Geschäftstüchtig ist das nicht.

Auf dem Spaziergang staunten wir wieder einmal über die Schönheit der Schwedischen Schären. Aber wenn schon alles zu war, dann suchten wir uns unser Abendessen halt selber. Wir fanden zwar jede Menge Birkenpilze, aber bei genauerem Hinsehen waren die alle wurmstichig und gingen als Fischfutter über Bord.

Aber wenigstens fanden wir auf dem Heimweg ein paar überreife Blaubeeren die wir am Abend in leckeren Blueberrymuffins verarbeiteten.

Am nächsten Tag, oh Schreck! fielen einheimische Boote über die Bucht her wie ein Hornissenschwarm. Ach ja, es war Samstag. Und bald schon war fertig mit der Ruhe. Jedes Grüppchen schien eine Party steigen zu lassen und wir waren mittendrin. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir lichteten Anker und ergriffen die Flucht.

Wir tuckerten zurück nach Styrsö, wo wir ganz allein waren und den schönen Abend in Frieden geniessen konnten.

Am nächsten Tag planschten wir noch einmal ausgiebig und genossen den schönen Tag.

Am Abend verfrachteten wir unsere Küche mit Seppi’s Hilfe noch einmal an Land und liessen uns die Steaks vom Grill schmecken!

Romantik? Bitte sehr!

Am nächsten Tag machten wir uns schon Zeitig auf den Weg zu unserem nächsten Meilenstein: Mem. Das Wetter war phantastisch und die Szenerie atemberaubend. Wir schlängelten uns unter Segeln durch die traumhaft schönen Schären.

Butterfly segeln. Normalerweise harte Arbeit – aber hier ein Genuss!

Ohne Worte

Nadelöhr durchfahren – unter Segeln.

Gegen Abend hatten wir es dann geschafft. Nach diesem absoluten Traum Tag (wiederhole ich mich hier…?) hatten wir die Schleuse von Mem erreicht. Sie war das Tor zu unserem letzten Abenteuer dieser Saison.

Da wir spät dran waren, mussten wir uns ins Päckchen legen mit einer Schwedischen Crew. Aber das konnte uns nicht mehr stören, wir waren glücklich und müde und schon bald in den Kojen. Und ein phantastischer Abschnitt war nun zu Ende.

Danke AnnaSophie, für all die wunderbaren Erlebnisse! Mögen die Winde immer mit dir sein!

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