Roma bellissima!

Rom ist Überwältigend! Das wussten wir von Beginn an. Deshalb entschieden wir uns schon vor dem Besuch der Stadt, uns auf wenige Sehenswürdigkeiten zu beschränken. Und so starteten wir unsere Expedition in eine der ältesten Städte der Welt mit der Absicht, uns nicht unterkriegen zu lassen. Aber als Erstes mussten wir mal die Busreise von der Marina di Ostia zum Vorstadtbahnhof lebend überstehen… 🙁

Ziemlich durchgeschüttelt bestiegen wir in Ostia Lido die S-Bahn nach Roma Termini. Das Wetter war wunderbar und so fühlten wir uns fast wie in einem Ausflugszug und konnten die vorbeisausende Landschaft in leeren Zügen geniessen…!

Wir Greenhorns stiegen aber eine Station zu früh aus der S-Bahn – oder besser gesagt, der Routenplaner auf Max’ Handy wollte uns unbedingt in den Genuss einer Busfahrt in Rom kommen lassen. Und so kam es, dass wir irgendwo im Nirgendwo 20 Minuten auf einen klapprigen Stadtbus warten mussten, um weiter zu kommen.

Dann endlich hatten wir unser heutiges Ziel erreicht. Die Piazza della Rotonda, die – uff – ganz schön bevölkert war. Wegen der Hitze (weit über 30°) und unserer doch eher abenteuerlichen Anreise mussten wir erst mal was trinken und so setzten wir uns in einem der Ristoranti unter den Sonnenschirm und konnten erst mal die Menschenmengen bestaunen, die sich über die Piazza wälzten. Nach all der gemeinsamen Einsamkeit auf dem Boot war dieses Gewimmel wie ein Hammerschlag an den Kopf. Und hier an dieser Piazza stand nämlich…

…das Weltberühmte Pantheon. Dieses fast zweitausend Jahre alte Bauwerk war überwältigend! Es war als ob man in eine andere Welt einträte. Ruhig und kühl war es. Wir nahmen an einer Führung teil und erfuhren viel Wissenswertes. Zum Beispiel, dass dieses Bauwerk eigentlich einmal ein Götter Tempel der Vorchristlichen Zeit gewesen war, ehe es von den Christen in eine Kirche umfunktioniert wurde. Unhöflich, das.

Oder dass schon damals im Bauwesen nicht alles nach Plan lief und stark improvisiert werden musste wegen zu kurz gefertigter Säulen für den Eingangsbereich. Ob die Ägypter von den Römern auf Schadenersatz verklagt wurden oder einfach einen Kopf kürzer gemacht wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Mamma mia, fa un cazzo di caldo a Roma!! Es. War. Heiss.

Unser nächstes Ziel war der Trevi Brunnen, die Fontane di Trevi. Das war der Brunnen, in dem sich ehemals Anita Ekberg im Fellini Film “La dolce vita” unorthodox Kühlung verschaffte.

Was uns als erstes auffiel und schwer irritierte: alle Besucher standen mit dem Rücken zum Brunnen. Erst dachten wir dass sich vis à vis irgend jemand vom Dach stürzen wollte und deshalb alle wie gebannt auf die andere Seite starrten. Aber dann sahen wir, dass alle dabei waren sich via Selfie zusammen mit dem Brunnen zu verewigen. Und wieder einmal musste ich zugeben, dass mir der Sinn eines Ferienfotos, auf dem 80% Kopf und 20% Sehenswürdigkeit zu sehen war, immer noch nicht aufging.

Aber was solls, wir wollten auch mal mit der Zeit gehen und so stellte sich Max wie es sich gehörte, mit dem Rücken zur Spanischen Treppe und ich knipste. Nicht gut? Na gut. Muss geübt werden…!

Danach navigierten wir zwei alten Salzbuckel mit offenen Augen und ohne Handynavi einfach mal so durch die Strassen der ewigen Stadt. Rom ist wirklich bellissima wenn man die Augen auf macht.

Aber navigieren im Häusermeer machte Durst und so setzten wir uns in einer Nebengasse an einen Tisch und bestellten – ja was wohl – Mojito. Und ouf….einen Mojito als Durstlöscher zu verwenden: very bad idea! Ich war jedenfalls hinüber und Max musste mich anschiessend zurück zur S-Bahn Station und dann weiter zur Marina schleppen, weil mein Autopilot definitiv ausser Betrieb war.

In der Marina gab’s dann aber doch noch ein Gelato und bald schon plumpsten wir erschöpft in die Kojen.

Am nächsten Tag ging es wieder mit der S-Bahn Richtung Rom. Diesmal machten wir es klüger und stiegen am richtigen Ort in die U-Bahn um konnten gleich bei der heutigen Sehenswürdigkeit aussteigen. Es würde wieder ein heisser Tag werden und so…

…wollten wir erst mal unsere Körper mit ausreichend Isotonischer Flüssigkeit versorgen. Wir ergatterten in der Via Nicola Salvi ein Tischchen mit schönem Blick auf’s Kolosseum und beobachteten wieder fasziniert, wie die Touristen mit dem der Sehenswürdigkeit zugewandten Rücken Sightseeing machten.

Und dann war es auch schon Zeit für uns, uns der schon am Vortag gebuchten Führung durch das Kolosseum anzuschliessen. Und yep, wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee…!

Aber damit alles gesittet und sicher ablief, hatte die Stadtverwaltung vorgesorgt. Die Strassen um das Kolosseum waren alle vom Militär abgeriegelt. Die Polizei patrouillierte pausenlos. Um ins Kolosseum zu gelangen, musste man ausgewiesen zu einer Gruppe gehören. Es gab Metalldetektoren und vereinzelt Leibesvisiten an den Eingängen. Es brauchte Geduld und Nerven und gut funktionierende Schweissdrüsen.

So erfuhren wir an diesem Tag dass das Kolosseum eigentlich gar nicht Kolosseum hiess, sondern Anfiteatro Flavio, benannt nach der Familie des Erbauers und dass Nero schon lange tot war als das Amphitheater Flavio erbaut wurde und dieser demzufolge hier gar nie mit seinem Daumen wackeln konnte. Hollywood hat uns also wieder mal angelogen.

Gigantisch. Touristen in Ameisengrösse.

Megagigantomanisch!

Hier hatten nicht nur die Gladiatoren sportlich sein müssen, sondern auch die Zuschauer! Und nicht nur grausame Kämpfer haben sie gebraucht sondern auch grausam viele Ziegel.

Das muss dann wohl ein “Trailer” für das Programm in diesem Theater gewesen sein.

Am nächsten Tag besuchten wir noch eine der vielen Katakomben, die unter der Stadt existieren (Keine Fotos, es war zu dunkel) und durchaus einen Besuch wert sind. Dann besichtigten wir noch einige Monumente, an denen mich vor allem die extensiven Grafischen Ornamente faszinierten.

Puh! Rom war ganz schön anstrengend! Und wir hatten noch sooo viel vor! Was denkt ihr, wo es als nächstes hin geht?

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