Gone baby, gone!

Ypieee!! Wir sind unterwegs! Am Mittwoch, Punkt 11 Uhr haben wir definitiv von der Marina de Portimão abgelegt.

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Aber zuerst hatte sich Portimão noch mit einem ordentlichen Wolkenbruch von uns verabschiedet und unser Sonnendach und die frisch imprägnierte Sprayhood so richtig durch und durch nass gemacht. Und dieses tropfnasse Souvenir blieb uns noch bis Albufeira in Form von nassen Böden und erhöhter Luftfeuchtigkeit erhalten.

Aber erst möchte ich noch erzählen was in der letzten Zeit so alles gelaufen ist. Nachdem wir ja die zuvor gereinigte und dann reparierte Sprayhood wieder abgeholt hatten, wollten wir sie noch neu imprägnieren. Das Mittel zum Imprägnieren musste mit einem Pinsel aufgetragen werden und sollte wenn möglich 12 Stunden ohne Regen trocknen. Toll.

Ausgerechnet hier, wo es im 2 Stunden Takt heruntergoss. So haben wir kurzerhand unser Sonnendach, das den gesamten Cockpitbereich überdeckt über der Sprayhood aufgespannt und konnten – oder besser gesagt – ich (me, myself) konnte dann in gebückter Stellung 3 Stunden lang die Sprayhood streichen. Und das im strömenden Regen.

Aber dank des Sonnendachs hatten wir wenigstens das Cockpit noch polieren können und jetzt sieht wenigstens das wieder wie neu aus. Der Rumpf, naja, der muss halt weiter warten.

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In den Regenpausen konnte wir ein paar kleinere Arbeiten draussen machen. Drinnen gab es noch sämtliche Filter zu ersetzen und die Schwimmwesten kamen auch rechtzeitig geprüft und plombiert wieder zurück.

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Und dann war es ja wieder Freitag und Max und ich konnten noch mal im Safari nach Herzenslust Thai Food geniessen. Und das Beerensorbet zum Schluss…Fatima, da hast du dich selber übertroffen!

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Am Sonntag liess sich der Himmel – nach einigem Stirnrunzeln – doch noch dazu bewegen, ein wenig Sonne durchzulassen. Super, denn wir erwarteten Gäste! Und das Schiff war ja inzwischen durchaus wieder herzeigbar.

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Und als Lilo, Ernst und Taya bei uns eintrafen, war dies das erste mal, dass wir im Cockpit sitzen und die Sonne geniessen konnten. Auch Taya schien sich sichtlich wohl zu fühlen und lag entspannt auf der Bank, nicht ahnend, was noch auf sie zukommen würde…

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Das Wetter war so schön und Ernst als erfahrener Seemann sagte begeistert zu, als wir den Vorschlag machten, einen kurzen Ausflug auf’s Meer zu machen. Aber kaum war der Motor gestartet, wurde Taya nervös und als hinter der Hafenmole das Schiff zu schaukeln begann, war fertig lustig für den armen Hund. Sie winselte und zitterte und hyperventilierte und war nicht mehr zu beruhigen. Abwechselnd redeten wir beruhigend auf das verängstigte Tier ein und das und unsere Ruhe schienen sie zu beruhigen.

Taya ist definitiv kein Seehund.

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Als wir zurück waren im Hafen, kamen noch Fatima und Heinz zu Besuch auf die AnnaSophie und nach einem Apéro auf dem Schiff gingen wir alle zusammen essen. Ouf, was für ein Tag!!

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Am Montag Morgen kam dann wie abgemacht der Taucher vorbei, den wir am Freitag und Samstag so intensiv in Portimão gesucht hatten. Da wir das Schiff ja nicht aus dem Wasser nehmen konnten, sollte wenigstens das allernötigste, nämlich das Auswechseln der Opferanoden noch von Abfahrt erledigt werden. Und dazu brauchte es eben einen erfahrenen Taucher.

Zuerst macht er Fotos von der Ist-Situation. Und das war gar nicht schön, was da zum Vorschein kam!! Bis auf ein klägliches Restchen waren dir Anoden (Grau) wegerodiert. Und auch der Bewuchs war ziemlich dramatisch. Da musste möglichst schnell etwas passieren.

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Aber es war erstaunlich, wie schnell der Taucher die Anoden ausgewechselt hatte und sogar unser Antrieb sah wieder aus wie ein Antrieb, yeah! In der Zwischenzeit hatte ich noch Anker und Kette gereinigt, während Max den Ankerkasten geputzt hatte. Auch da sah alles wieder wie neu aus.

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Am Montag Nachmittag kamen dann Fatima und Heinz vorbei und wir machten mit ihnen noch einen Ausflug auf’s Meer. Für beide war es das erste mal, das sie vor den Toren ihrer neuen Heimat mit Windkraft unterwegs waren. Das Wasser war zwar immer noch ruppig und es war ziemlich wolkig, aber der Wind spielte wenigstens mit.

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Ja, segeln erweitert die Perspektive und der Blickwinkel verändert sich…irgendwo da drüben waren die Beiden zu Hause…

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Nachdem AnnaSophie wieder fest im Hafen vertäut war, gab es noch einen Apéro auf dem Schiff…

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…und anschliessen luden uns die Beiden zum Nachtessen ins El Bife ein. Und wie der Name schon sagt… gab es Fleisch vom Feinsten. Und Fatima spionierte intensiv die von uns bestellten Menüs aus. Und das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend! Herzlichen Dank, Fatima und Heinz, das war lecker. Ihr dürft gerne wieder mal mitkommen zum Segeln.

Und als wir ihnen erzählten, dass wir am nächsten Tag noch zu Irene’s Haus fahren wollten, um dort unsere Wäsche zu machen, bot uns Fatima spontan an, das für uns bei ihr zu Hause zu machen. Oh Fatima, das war der Hammer! Das Angebot nahmen wir gerne an.

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Am Dienstag Nachmittag mussten wir dann noch das Auto zu Lilo zurückbringen. Und wieder konnte ich meine Augen kaum abwenden von Lilo’s schöner Terrasse und dem wunderschönem Garten…

Max und ich hatten uns beim Frühstück noch überlegt, ob wir Lilo und Ernst fragen sollen, ob sie uns am Mittwoch wenn wir losfahren, bis nach Albufeira begleiten wollen. Ernst war so begeistert gewesen von unserem kleinen Ausflug am Sonntag und ihm als alten Seebären würde es sicher Spass machen, wieder mal auf’s Meer raus zu fahren. Und zaghaft hatten wir ihnen am Morgen noch ein Email geschickt, aber keine Antwort erhalten.

Als wir dann bei Lilo ankamen, war Ernst schon da und teilte uns enttäuscht mit, dass er sich für den nächsten Tag schon mit seinem Gärtner verabredet hätte zum Pflanzen setzen. Und auch Lilo meinte, die Strecke wäre ihr eventuell zu viel und ohnehin hätte sie auch schon andere Verabredungen.

Und während wir noch darüber diskutierten, wie schade es war, dass es nicht geklappt hat und ob man nicht vielleicht doch irgendwie den Gärtner…läutete Ernst’s Telefon…

Es war der Gärtner, der sich – um Ausreden ringend – bemühte, die Verabredung vom nächsten Tag auf den Donnerstag zu legen. Ernst zeigte sich angemessen enttäuscht darüber, dass der Gärtner ihn so kurzfristig versetzte und willigte „murrend“ ein, den Termin mit dem Gärtner auf den Donnerstag zu verschieben. Und wir grinsten einfach nur noch.

Und somit war schnell klar, dass uns wenigstens Ernst bis nach Albufeira begleiten würde. Wir verabredeten uns auf 10 Uhr am nächsten Tag am Tor zur Marina. Dann entführten uns die Beiden ins Dorf ganz in der Nähe zum Abendessen.

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Und auch hier wurden wir eingeladen. Diesmal ging es in eine ganz einfache Dorfkneipe. Es war einfach aber sehr gut. Und das in Portugal so beliebte Piripiri (Chilliöl) durfte natürlich auf dem Tisch nicht fehlen. Nur meine Mahlzeit blieb verschon von diesem Teufelszeug.

Anschliessend fuhren sie uns noch nach Portimão und wir verabschiedeten uns schweren Herzens von Lilo und versprachen, bald wieder einmal nach Portugal zurück zu kommen, aber dann ohne unser schwimmendes, pflegeintensives Elefantenbaby (Sorry, AnnaSophie).

Und um 11 Uhr Abends kamen Heinz und Fatima mit unserer Wäsche vorbei…alles blitzsauber und ein paar Sachen hatte sie sogar noch gebügelt… ach Fatima…wie sagte Heinz doch so schön „Unser Dank wird dir für immer hinterher schleichen“.

Heinz und Fatima, eure Gastfreundschaft war für uns unbezahlbar und wir sind euch von Herzen für alles Dankbar. Und wie gesagt, ihr sein jederzeit willkommen an Bord der AnnaSophie! Auf Wiedersehen irgendwo, irgendwann!!

Und so kam es, dass Ernst pünktlich um 10 Uhr am Gate zur Marina stand und kaum waren wir am Schiff angelangt, goss es wie aus Kübeln auf uns herunter. Na dann erst mal Kaffee trinken und abwarten.

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Und kurz vor 11 Uhr zeigte der Himmel erbarmen und wir rollten das tropfnasse Verdeck zusammen und legten ab. Und nach einem kurzen Stopp am Meldesteg (zum Abmelden) lag Portimão schon bald in unserem Kielwasser.

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Wenigstens der Wind spielte mit und so kamen wir trotz durchzogenem Wetter und hoher Wellen flott voran. Und nach etwa vier Stunden hatten wir die Marina von Albufeira erreicht.

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Und nach einem Drink in einer Tabak Bar gleich beim Hafen verabschiedeten wir uns auch noch von Heinz und begleiteten ihn noch zum Taxistand, wo wir uns von einander verabschiedeten. Ernst, herzlichen Dank für alles, es hat uns ausserordentlich gefreut, dich kennenzulernen. Wir sehen uns sicher wieder, irgendwann, irgendwo.

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