Ende gut, Alles gut

Bald war es Mitte November und wir hatten immer noch keinen Winterplatz für AnnaSophie. No Problem. Hakuna Matata. Die vergangenen Jahre hatten uns deutlich gezeigt, dass es A: immer irgendwo noch eine Lücke gab und B: planen mit einem Segelboot eh blöd und Sinnlos war. Und so entschieden wir uns, uns mal ganz entspannt an der Côte Azur umzuschauen.

Port Grimaud hatten wir uns intensiv angesehen und als Winterlager in Betracht gezogen. Vor allem der Preis stimmte. Und die Marina, die als künstliches Venedig – oder so was ähnliches – gebaut worden war, schien anständigen Schutz zu bieten vor dem hier vorherrschenden Mistral.

Auch die nebenan liegende Marina Port Cogolin machte einen guten Eindruck und war preislich sogar noch ein wenig attraktiver als Port Grimaud – aber nicht ganz so gut geschützt. Das grosse Minus war hier aber eindeutig der Ab- und Anfahrtsweg.  Mit dem Zug waren beide Marinas nur mühsam zu erreichen.

Hmtja. Aber vielleicht gab’s ja hinter der nächsten Ecke noch was Besseres…? Also, Leinen los und raus aus der Bucht von Saint-Tropez.

O.k. Auch eine Art zu kommunizieren. Da hatten es Max und ich einfacher. Wir mussten uns schon lang nicht mehr anschnauzen, um vorwärts zu kommen. Im Gegenteil: wir hatten unsere Kommunikation in den letzten Jahren bis auf wenige Grunzlaute, Blicke, Handzeichen und Kopfhaltungen verfeinern können.

Und so segelten wir entspannt der Côte Azur entlang Richtung Westen. Es gab hier viele schöne preiswerte Marinas, die aber alle den gleichen Nachteil hatten: sie waren nur via Auto zu erreichen. Aber es gab ja noch sooo viele Optionen. Und wir hatten ja noch sooo viel Zeit. Es war ja erst Mitte November…

Die Îlles d’ Hyéres hatten wir Backbord aus gelassen. Sie sind zum grössten Teil unter Naturschutz und der Rest war vom Militär besetzt. Also weiter Richtung Îlle Porquerolles. Die war zwar auch Naturschutzgebiet, konnte aber von Booten angefahren werden.

Und gleich hinter dem Cap des Mèdes, das hier bedrohlich und abweisend wirkte, lag die Anse Notre-Dame. Eine Bucht wie im Paradies. Und die war bis auf zwei ankernde Boote total leer. Wir hatten schon Stories gehört, dass man hier im Sommer trockenen Fusses bis an den Strand kommt, so gedrängt liegen die Boote. Aber wir hatten ein anderes Ziel…

…und zwar den Port de Porquerolles. Traumhaft und gut geschützt am Nordufer der Insel gelegen. Hier gab es auch einen kleinen Ort gleichen Namens, eine Handvoll kleine Hotels, Bars, Restaurants, ein Weingut, Landwirtschaft, eine Burg und viel Natur!!! Ein absolutes Juwel im Mittelmeer. Und wir hatten es praktisch für uns allein!! Hier wollten wir ein paar Tage bleiben.

Und schon am nächsten Morgen sattelten wir unsere Brommies und gingen auf Erkundungstour. Karibikfeeling pur!!! Und hier wo sonst dicht an dicht gedrängt Menschen an Tischen sassen und neidisch auf die dicht auf dicht liegenden Boote in der Bucht starrten, war Leere!

Natur wie ein Gemälde!

Einsame Buchten und Strände!

Und Pilze!!! Da konnte sich Skipper natürlich nicht mehr zurückhalten und er machte sich gleich auf die Suche nach unserem Abendessen!

Das ergab bereits ein „handliches“ Schnitzel! Ein Parasol, von denen wir noch so viele fanden, dass es für zwei Abendessen reichte!

Hier friedliche Stille und schönes Wetter und an der Küste Regen, Blitz und Donner. Sehr gut!

Verwunschene Pfade und abweisende Klippen.

Restaurant L’ Escale, Porquerolles

Und natürlich durfte der eine oder andere Mojito nicht fehlen. Glücklicherweise waren die Bars und Restaurants auch so spät in der Saison noch offen, denn es gab tagsüber viele Ausflügler, die mit der Fähre für einen Spaziergang hierher kamen.

Aber Abends hatten wir die Insel wieder für uns allein!

Bar Côté Port, Porquerolles

Nun ja, generös wie wir waren, teilten wir dieses Paradies grosszügig mit den Einheimischen (die von einem eher herben Schlag waren)…!

Und einen kurzen Moment lang spielten wir sogar ernsthaft mit dem Gedanken, das Boot hier zu überwintern… Das wär doch was! Hier eine Basis einrichten, um ab- und zu dem grauen Winter in der Schweiz zu entkommen!

Aber da hinten lagen noch weitere Möglichkeiten für Winterlager. Die würden wir uns auch noch anschauen.

Und hier noch eine Karte von Porquerolles. Die Insel kann von Hyères und Toulon aus mit der Personenfähre angefahren werden. Es gibt Velos zum mieten.

Aber wir wollten weiter. Und schon bald waren wir wieder unterwegs. Diesmal Richtung Toulon. Wir hatten erfahren, dass es rund um die Bucht von Toulon mehrere gut geschützte Marinas und Werften geben sollte. Das wollten wir uns anschauen.

Auch die Zugvögel schienen wie wir nicht so recht vom „Fleck“ zu kommen…!

Je näher wir der Bucht von Toulon kamen, um so deutlicher wurde es, dass die Französische Flotte hier eine grosse Basis hatte…! Aber wir kamen ungestört durch, wahrscheinlich beobachtet von gefühlten tausend elektronischen Überwachungsgeräten.

Da es schon bald dunkel wurde entschieden wir uns, gegenüber von Toulon, in Saint-Mandrier-sur-Mer anzulegen. Dazu mussten wir erst zwei riesige Kriegsschiffe passieren. Bei näherem Hinsehen entdeckten wir, dass die zwei Schiffe schon ziemlich abgewrackt waren. Und wir erfuhren später, dass sie hier als Wellenbrecher und als Übungsschiffe für die Kampftaucher fest verankert waren. Also völlig harmlos.

Die Marina von Saint-Mandrier-sur-Mer war eine Augenweide und das Städtchen selbst ein süsses kleines, typisch Südfranzösisches Bijou. Es gab eine kleine schnelle Personenfähre, die im Viertelstundentakt nach Toulon hinüber sauste. Aha. Verkehrstechnisch gut gelegen. Durch die zwei alten Kriegspötte/Wellenbrecher gut geschützt. Und durch den rossen Hügel auf der rechten Seite gut vor dem Mistral geschützt. Hm…!

Und so fragten wir in der Capitainerie, wie teuer das Überwintern hier denn so wäre. Und es wurde bestätigt, was wir schon seit Längerem festgestellt hatte: je näher wir Marseille kamen, um so höher wurden die Preise.

Aber wir wollten eh nicht hier überwintern, sondern in einer der anderen Marinas hier mit angeschlossener Werft.

Und so machten wir uns schon bald wieder auf den Weg und machten kurze Stopps in den Marinas mit Werft weiter hinten in der Bucht von Toulon, erkundigten uns nach den Preisen und den Leistungen. Puh! Wer die Wahl hat, hat die Qual. Und weiter Westlich gab es auch noch Möglichkeiten. Also, weiter. Auf der anderen Seite konnte man Toulon und den grossen Fährhafen mit den Korsika-Fähren gut erkennen.

43° 5’47.07″N/5°55’32.67″E

Der Wind war super und die Sicht gut. Aber offenbar hatte ein anderes Segelboot weniger Glück gehabt mit den Gegebenheiten. Nur noch der Mast ragte hinter der alten Hafenmauer noch heraus. Aber wir waren in Form und kreuzten wie die Weltmeister im Zickzack durch die Bucht von Toulon. Nicht einmal die im Minutentakt ein- und auslaufenden Fregatten konnten uns unseren Spass vergällen.

Wir erreichten nach einem intensiven Tag Sanary-sur-Mer. Luftlinienmässig war  es zwar nur knapp 6 Seemeilen von unserem Starthafen entfernt, aber der Ritt hatte es in sich gehabt. 17 Seemeilen hatten wir aufkreuzen müssen und waren ordentlich durchgeschüttelt worden. Konnte es sein, dass es jetzt Herbst wurde?!?

Aber das Städtchen entschädigte uns für die Strapazen. Ein schöner Hafen, umgeben von schmucken Häusern, enge autofreie Gassen, die zum Schlendern und Entdecken einluden! Und hie und da konnten wir bereits Weihnachtsbeleuchtung erspähen…!

Da für den nächsten Tag schlechtes Wetter vorausgesagt war, entschlossen wir uns, noch ein wenig hier zu bleiben.

Am nächsten Tag holten wir unsere Regensachen hervor und sattelten unsere Brommies. Wir wollten von hier aus die Îlle De Gaou und die dahinter liegende Îlle Des Embiez besuchen. Dazu mussten wir erst die ganze Baie de Sanary umrunden, und das bei heftigstem Gegenwind und Regenschauern.  Aber trotz miesem Wetter gefiel es uns hier auf Anhieb!

Die Îlle De Gaou konnten wir dank einer Brücke noch betreten. Aber wir mussten die Räder bei der Brücke zurücklassen. Auch diese Insel stand unter Naturschutz. Zum Glück! Die schöne Natur, zusammen mit dem Novemberwetter machte das Ganze zu einem Spektakel…

…der Extraklasse. Ein Glück dass ich…

…nicht Maler war. Die Wahl der Sujets wäre wohl zur Qual geworden.

Nur am westlichen Ende der Insel war Schluss mit Lustig. Die Îlle Des Embiez lag hinter einer Lagune. Wir hätten wahrscheinlich die Schuhe ausziehen und hinüberwaten können, entschieden uns aber dann für trockene Füsse.

Auf dem Rückweg dann noch ein Blick auf die L’ Îlle Sauvage du Grand Rouveau mit dem schönen Leuchtturm. Ach, es war schon schlimm! Eigentlich sollten wir uns ja langsam entscheiden, wo wir das Boot Überwintern lassen wollten. Aber das Wetter war immer noch super und es gab immer noch sooo viel zu sehen!

Am nächsten Tag hiess es dann: nur noch schnell nach Cassis, dann kurz die Calanques anschauen. Dann ist Schluss! Und so waren wir halt bald schon wieder unterwegs, unter Segel und bei happigem Wind. Offenbar durften wir jetzt Bekanntschaft machen mit Monsieur Mistral, dem üblen Schurken.

Aber so richtig Angst hatten wir nicht und so machte uns sein Gezeter und Getobe sogar richtig Spass!

Das hübsche Städtchen Cassis (Yep! Genau DAS Cassis) war unser nächstes Ziel.

Die enge Hafeneinfahrt (aufgenommen am nächsten Tag bei weniger Wellen) besorgte uns zum Abschluss noch einen heftigen Adrenalinschub und einige erschrockene Blicke von umstehenden Menschen, aber Skipper One schaffte diese zweitletzte Hürde souverän.

Die letzte Hürde war das Finden eines Platzes. Wir wussten, dass die Tankstelle als Acceuil (Empfang) diente und so banden wir uns dort fest. Die nur wenige Schritte entfernt gelegene Capitainerie war zu, obwohl sie eigentlich noch hätte offen sein sollen. Was nun?! An der Tankstelle bleiben? Es war unwahrscheinlich, dass heute noch jemand sein Boot betanken würde. Selber einen Platz su…

Aha! Da kam er ja, der Chef du Port, keuchend und winkend. Offenbar hatte er nicht mehr mit Kundschaft gerechnet und hatte sich schon in einer der Bars den Feierabend mit einem Glas Pernod eingeläutet. Aber er war uns nicht böse und fragte uns nur mit weit aufgerissenen Augen, woher wir denn putain nochmal bei diesem Salaud de Mistral herkommen.

Nachdem wir ihm erzählt hatten, dass wir ganz entspannt nur schnell von Sanary-sur-Mer hierher gekommen seien, murmelte er kopfschüttelnd irgendwas in seinen Bart und wies uns einen Platz ganz Hinten in der Marina zu. Parfait! Bienvenue a Cassis et bonne nuit!

Und schon bald konnten auch wir unseren Feierabend begiessen, zwar nicht mit Pernod sondern mit Prosecco…! Nicht ganz Stilecht aber fein. Prost Frankreich, Prost Italien.

Ah! Quelle force! Quelle beauté. On l’ aime bien, la mer…!

Am nächsten Morgen machten wir uns unter Motor auf in die nahe gelegenen Calanques. Diese Fjord ähnlichen Einschnitte waren unter Naturschutz und die wenigen Plätze, an denen man ankern und sich mit Landleinen an den Felsen verholen konnte, waren im Sommer immer total voll.

Heute, am 19.11. 2018 waren wir das einzige Boot weit und breit…!

Wir gingen auf Erkundungstour durch die wunderschönen Schluchten…

…und entschieden uns, noch einmal eine letzte Nacht vor Anker zu verbringen.

Das Wasser war immer noch etwa 20° warm und so war das verlegen der Landleine ein Klacks und ich konnte sogar noch ausgiebig schnorcheln. Meine Güte! Der Spruch „Leben wie Gott in Frankreich“ war wieder einmal mehr als treffend!!

Nur einen klitzekleinen Fehler hatte unser neu gefundenes Paradies: wir hatten die Karte falsch interpretiert und auf der falschen Seite der Bucht festgemacht! Und so kam es, dass – kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht – ein Boot der Küstenwache auftauchte und uns darauf hinwies, dass wir eine Bussen-pflichtige Straftat begangen hätten.

Autsch! Das hatten wir wirklich nicht gewollt! Wir entschuldigten uns vielmals und machten uns gleich ans zusammenpacken. Offenbar hatten sie bemerkt, dass uns das wirklich leid tat und so sahen sie davon ab, uns eine Busse zu geben. Wow, Schwein gehabt.

Wir versuchten dann einige male, uns auf der anderen Seite fest zu machen, aber es wollte einfach nicht mehr so recht gelingen. Und da der Wind wieder aufgefrischt hatte, beschlossen wir schweren Herzens, wieder in den Schutz des Hafens von Cassis zurückzukehren.

Hach, au revoir, petit paradis!

Schon nach kurzer Zeit wurde uns klar, dass es eine gute Entscheidung gewesen war, nicht in den Calanques zu verbleiben. Der Wind wurde immer stärker…!

Und so war es schon ordentlich dunkel, als wir uns wieder bei Starkwind und happigen Wellen durch die enge Hafeneinfahrt (links) quetschten. Wiederum interessiert beobachtet von ein paar wenigen Hafenflanieren.

Souverän und ohne gross zu fragen, legten wir uns wieder an unseren Platz von letzter Nacht. Schliesslich waren wir ja schon fast Einheimische hier…!

Nach unserem Frust um die gescheiterte Nacht vor Anker entschieden wir uns, auswärts Essen zu gehen. Wir fanden ein süsses kleines Resto, wo wir Moules/Frites bestellten und einen herrlichen Rosé de Provence dazu genossen. Yep, wie Gott in…ach ich wiederhole mich!

Am nächsten Tag war Monsieur Mistral schon wieder ordentlich an der Arbeit. Und als Skipper One das Boot wieder geschickt durch die enge Hafeneinfahrt auf’s Meer manövrierte, hatte sich sogar – ich lüge nicht! – Publikum eingefunden, das uns begeistert anfeuerte und mit Handykameras filmte!

War das nun gut oder schlecht? Wir rätselten eine Weile über die Motivation der Filmer herum, bevor wir uns Wichtigerem zuwandten.

Monsieur Mistral blies uns diesmal mit einem schönen Halbwind unserem nächsten Ziel entgegen. Und nein, wir hatten uns immer noch nicht entschieden, wo wir das Boot überwintern wollten. Aber das war uns im Moment egal! Hier herrschten Segelbedingungen vom Feinsten und die wollten wir uns noch reinziehen.

Als wir die Baie de Ciotat entlang segelten sahen wir, dass dort eine Regatta im Gange war! Wow! Auch die Franzosen hatten das Segeln im Blut. Das waren keine Schönwetter-Buchtenhüpfer wie die Italiener. Da war echte Leidenschaft am Werk! Nur wirkliche Salzbuckel waren bei diesen Verhältnissen unterwegs!

Auch Löschflugzeuge hatten wir schon des Öfteren gesehen. Aber so wie diese Piloten kalten Arsches genau zwischen den Regattierenden ihre Lande- und Startübungen hinlegten, so etwas hatten wir noch nie gesehen!

Als wir uns unserem nächsten Ziel annäherten, war es schon fast dunkel. Und als wir in die von den grossen Wellen verschonte Baie de Sanary einfuhren, wurde uns erst so richtig bewusst, wie durchgeschüttelt wir waren.

Wir hatten eigentlich bis nach Bandol segeln wollen, aber aus irgend einem Grund packten wir noch ein paar Schläge oberdrauf und legten letzten Endes in Port Des Embiez an. Ja, genau da, wo wir zu Fuss und per Velo nicht hingekommen waren.

Voilà, Port Des Embiez, AnnaSophie Fotogen in der Bildmitte. Diese Insel war noch viel kleiner als Porquerolles aber genau so fein! Diese Insel war in Privatbesitz. Der Besitzer war der berühmte Paul Ricard. Ja genau, DER Paul Ricard, der den berühmten Ricard Pastis uns weitere Französische Getränke herstellte.

Dieser hatte mehrere Inseln hier in der Gegend erworben und sie dem sanften Tourismus geöffnet, aber gleichzeitig unter Naturschutz gestellt und so vor Spekulanten gerettet.

Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Zugänglich war die Insel – wie wir inzwischen auch wussten – nur per Personenfähre. Es gab ein Hotel mit Restaurant, das sich in die Umgebung duckte, ein Kongresszentrum und eine Meeresforschungsstation. Und natürlich die Marina und dahinter sogar eine kleine Werft! Sollten wir etwa AnnaSophie sogar hier lassen über den Winter?!? Hm…

Am nächsten Morgen hiess es Brommies raus und ab auf Entdeckungstour!

Atemberaubend! Da hinten lag Sanary-sur-Mer. Und rechts im Bild die kleine Ile De Gaou, da wo ich die spektakulären Fotos gemacht hatte.

Hier konnte man wirklich die Seele baumeln lassen…!

Bei einem Glas des hier auf der Insel gedeihenden Weissweins steckten wir die Köpfe zusammen und wir wussten, jetzt wurde es endgültig Zeit, sich zu entscheiden! So viele verschiedene Marinas hatten wir uns noch nie angesehen und so fiel dementsprechend die Wahl dementsprechend schwer.

Wir listeten Vor- und Nachteile aller besuchten Marinas auf, verglichen Preise, spannen Ideen für Trips hierher im Winter, diskutierten über die Arbeiten am Schiff im nächste Frühling und…

…fällten schweren Herzens einen Entscheid. Hach, es wäre überall schön, doch letzten Endes spielte die Vernunft dem Herzen in die Hand! Und so stiessen wir mit einem weiteren Glas Wein auf unsere Entscheidung an. AnnaSophie sollte definitiv an einem geschützten Ort im Wasser bleiben, damit wir auch im Winter mal Segeln gehen konnten.

Dass wir Silvester auf dem Boot verbringen würden, die Idee hatte sich spontan entwickelt, als wir uns entschlossen, das Boot im Wasser zu lassen.

Tja, und dann hiess es Abschied nehmen von der Inselwelt der Côte Azur. Traurig aber gleichzeitig erleichtert setzten wir Segel und machten uns auf den Weg zu AnnaSophie’s Winterlager…!

Bye bye, Îlle Des Embiez, wir kommen wieder!!

Auch die die Insel umgebenden Untiefen winkten uns wehmütig zum Abschied zu. Wir hielten respektvoll Abstand.

Um dieses Kap mussten wir noch, dann waren wir schon bald am Ziel.

Auch der volle Mond kam noch hervor, um uns zum Abschied ein Lächeln zu schenken…! Und es war schon tiefe Nacht, als wir an unserem Ziel und AnnaSophie’s Winterlager ankamen. Aber das war kein Problem, denn inzwischen kannten wir die Einfahrt zur Marina ja schon wie unsere Westentasche…!

Wir legten das Boot routiniert an den Steg und begossen unsere Entscheidung noch einmal mit einem Absacker. Ja, wir beide waren sicher, dass…

Saint-Mandrier-sur-Mer die richtige Entscheidung gewesen war! Zwar ein bisschen teurer als die Marinas im Osten, aber durch die kleine Personenfähre von Toulon gut erschlossen. Und es gab gute Zugverbindungen von der Schweiz nach Toulon. So konnten wir AnnaSophie jederzeit auch allein besuchen kommen und nach dem Rechten schauen!

Noch weitere Gründe hatten zur Entscheidung beigetragen:

Und hier gab es die beste Boulangerie und die beste Baguette von ganz Frankreich! Ausserdem gab es in der Créperie Au Roy D’ys die besten Crépes und Galettes ausserhalb der Bretagne! Und ganz wichtig: hier gab es echten Cidre Breton!! Yep! Hier konnte uns der Winter mal ordentlich gern haben!

Auch für Sicherheit war gesorgt. Befand sich doch die Ausbildungskaserne der Französischen Marine hier im Ort. Und gleich gegenüber war immer ein Teil der Flotte anwesend.

Tja, und so machten wir uns an’s Aufräumen,waschen und putzen und Boot Winterfest machen. Und dann packten wir irgendwann mal unsere Sachen…

…stellten sicher, dass AnnaSophie gut vertäut war und machten uns auf den Heimweg. Erst mit dem Wasserbus nach Toulon und dann mit dem Zug zurück in die Schweiz.

Bye bye baby, we’ll be back!!

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