Elba, here we come

http://www.youtube.com/watch?v=o8PlCOI66fw
Also wie ich schon erwähnt hatte, nicht nur wir hatten es eilig in den Wind zu kommen, sondern auch unser Schiffchen. Und jetzt muss ich erst mal ein Geständnis machen: wir sind nämlich schon in Elba, und das schon seit einiger Zeit.
Wir sind ja von der Werft ziemlich schnell verduftet und nach dem Zwischenstopp in Olbia haben wir die Segel gehisst und sind nach Norden gesegelt. Erst wollten wir ja einen Halt machen in den Lavezzi Inseln, aber der Wind war zu stark, um in dem kleinen Archipel vor Anker zu gehen.

Deshalb entschieden wir uns, in der Bucht „Lischia di Vacca“ ganz im Norden von Sardinien vor dem starken Nord-Ost Wind Schutz zu suchen.

An diesem Tag sind wir 93% gesegelt, will heissen, dass wir den Motor nur gebraucht haben, um aus dem Hafen zu kommen und am Schluss in die Ankerbucht zu manövrieren. Das war doch ein schöner Start unserer neuen Segelsaison!

Am nächsten Tag herrschte wieder starker Wind, diesmal aus Süd-Osten und wieder wurde nichts aus unserem Plan, eine Nacht in einer der Ankerbuchten der Lavezzi Inseln zu verbringen. So zogen wir schweren Herzens, aber dafür in flottem Tempo an der kleinen Inselgruppe vorbei und gingen im Golf von Saint Amanza auf Korsika vor Anker.

Da wir unser Dinghi noch gar nicht ausgepackt (hatten keine Zeit gehabt) hatten, verbrachten wir den Abend gemütlich mit schwimmen und Sonnenuntergang geniessen.

Am nächsten Morgen, während wir die Ankerbucht verliessen, gingen andere (minim grössere) hier vor Anker. Aber eben, wir hatten es ja eilig…!

Und so segelten wir flott der wunderschönen korsischen Küste entlang, diesmal bis Solenzara. Für uns war es das erste mal, dass wir die Ostküste der Insel besegelten. Dass die Westküste superschön und dementsprechend bei den Seglern sehr beliebt ist, wussten wir aus eigener Erfahrung, hatten wir dort doch schon einige male gechartert.

Aber dass die Ostküste atemberaubend schön ist, war uns neu. Jedoch gab es entlang der Küste nur wenige Marinas. Das hiess, man musste lange Strecken von einem Hafen zum nächsten segeln, was für eventuell ungeübte Chartercrews natürlich nicht so geeignet war. Aber für unser Sophiechen war das natürlich ein Kinderspiel und so flutschten wir nur so der Küste entlang.

Und Solenzara war wirklich ein Stopp wert. Obwohl sehr klein, gab es doch alles was das Leben zum Vergnügen macht, sogar Champagner in einem der reizenden Restaurants rund um die Marina.

In Solenzara blieben wir sogar zwei Nächte, da am nächsten Tag schlecht Wetter angesagt war. Und tatsächlich zog ein ordentliches Gewitter nach dem anderen über die korsische Küste hinweg und wir blieben eingekuschelt zwischen anderen Booten im Hafen.

Und eigentlich hatten wir ja von Solenzara aus direkt nach Elba segeln wollen, aber der Wind spielte diesmal überhaupt nicht mit. Er kam fadengerade aus der Richtung in die wir wollten. Und so hätten wir nach Elba aufkreuzen müssen und dazu waren wir zu faul. Und so legten wir noch einen Stopp in Port de Taverna ein.

Am nächsten Tag war Starkwind angesagt, und erst noch aus der richtigen Richtung! Und schon im Hafen blies der Wind ziemlich stark und die meisten anderen Boote dort schienen keine Lust auf stürmischen Verhältnisse zu haben und blieben wo sie waren. Wir nicht. Der Skipper schlängelte AnnaSophie gekonnt durch die enge Ausfahrt und wir setzen schon mal vorsorglich ein Reff in die Segel.

Aber schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass der Wind gar nicht so arg war und setzten schon bald das volle Tuch. Und dann ging’s im Schnellzugstempo fadengerade Richtung Elba. Das war Segeln vom Allerfeinsten!! Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 7 Knoten sausten wir nach Elba. Und da ist auch der Film entstanden, den ich am Anfang dieses Blogbeitrages gezeigt habe.

In Elba angekommen, liessen wir uns in der Bucht von Barbatoia nieder. Und uns gefiel es hier so gut, dass wir gleich zwei Nächte blieben. Uns störte nicht einmal das pausenlose kommen und gehen von Booten rund um uns herum und wir sahen dem Treiben um uns herum interessiert zu. Und auch unser Schattendach kam wieder einmal zur Anwendung.

Der hübsche Strand war ganz nach Adria Manier zugekleistert mit bunten Sonnenschirmen, unter denen sich die Bade-und Sonnenhungrige Meute von Touristen und Einheimischen friedlich im Sand und auf Liegestühlen räkelten.

Auch ein paar Bars und Imbissrestaurants gab es. Und dort gönnten wir uns ein Apéro, während wir die Leute dabei beobachteten, wie sie die Horde von Böötlern (neidisch?) beobachteten.

Gegen Abend wurde es dann ruhig in der Bucht. Die Sonnenbrand geplagte Meute war verschwunden und nur noch eine Handvoll Boote lagen vor Anker.

Wir hatten uns entschieden, in einem der Restaurants in der Bucht zu Abend zu essen. Und so setzten wir mit dem inzwischen in Betrieb genommenen Dinghi über. Wir hatten uns für die Pizzeria mit der schönen Loggia entschieden und waren erstaunt, dass wir von der Chefköchin persönlich begrüsst wurden.

Auch beim „Copperto“ machten wir grosse Augen, waren doch anstelle von ein paar vertrockneten Brotscheiben ein paar offenbar selbstgemachte Grissini und kohlrabenschwarze Brötchen in einem Papiersack zu finden! Und bald schon merkten wir, dass wir per Zufall in ein von einem jungen chaotischen Team geführten Feinschmeckerlokal gelandet waren.

Und so waren schon die als Vorspeise bestellten marinierten Scampi und das Fritto Misto ein Gedicht!

Zum Hauptgang gab es – wie es sich für eine Pizzeria gehört – Pizzen. Nur dass es hier noch zusätzlich Gourmet Pizzen gab.

Das weckte natürlich unsere Neugier und so bestellten wir zwei dieser Gourmet Pizzen und die schmeckten wirklich himmlisch. Und auch die Desserts waren vom Allerfeinsten. Hausgemachtes Sorbet und ein göttliches Tiramisu. Bei so viel Genuss plus das schöne Ambiente machten schnell vergessen dass das Personal mit viel Einsatz ein riesen Chaos anrichtete. Wir nahmen’s grinsend zur Kenntnis.

Da uns auf dem Schiff langsam das Brot auszugehen drohte, hatten wir den Beizer gefragt, ob er uns nicht ein paar dieser schwarzen Brötchen verkaufen würde für’s Frühstück und so gab es dann am nächsten Tag schwarze Brötchen mit bunter Confi darauf. Sieht doch lecker aus, oder?

Und nach einem kurzen Abstecher nach Pomonte, wo wir wegen Starkwind nicht Ankern konnten, fuhren wir krasse 5 Seemeilen weiter nach Marina di Campo, wo wir uns mitten in der Bucht auf Anker schmissen.

Auch hier gefiel es uns ausserordentlich gut und auch hier blieben wir gleich zwei Nächte. Und hier gab es sogar einen COOP, in dem wir unsere Vorräte auffüllen konnten.

Pünktlich zum Frühstück trafen auch die (ungebetenen) Zaungäste auf, die nicht ganz verstanden warum sich der Landeplatz dauernd bewegte und einige Balance verlangte. Wir beobachteten das Ganze amüsiert und mit einer ordentlichen Portion Schadenfreude.

Und hier gab es noch mehr Restaurants und Bars, in denen man sich mit allem möglichen Schmackhaftem eindecken konnte. Hier waren wir genau richtig.

Hier gab es schrägen Humor und viel Italianità!

Wir würdigten die Lokalen Erzeugnisse und staunten über heimisches Schaffen. Was man mit Kaffee doch alles machen kann…!

Wie gesagt, heimisches Schaffen musste gewürdigt werden…!

Marina di Campo – we like!!!

Aber irgendwann lockte das Unbekannte wieder und wir holten den Anker ein und segelten dem nächsten Ziel entgegen.

Porto Azzurro. Ankern im Golfo di Porto Azzurro mit Sicht auf das hübsche Städtchen. Wer braucht schon Karibik wenn er Elba haben kann. Und nicht einmal der grimmig drein blickende Neptun konnte uns davon abhalten, hier an Land zu gehen.

Und ob sich unser Blutzuckerspiegel nach diesen Ferien im roten Bereich dreht, ist uns im Moment Schnurzpiepegal. Viva Italia, viva Elba!!!

0 Kommentare
  1. Hallo Doris & Max. Elba ist ja unsere Lieblingsinsel, und offenbar gefällt es euch ja auch dort. Schön zu hören. Noch ein Tipp, falls ihr nicht schon vorbei seid: Beim Capo Bianco (Nordseite, Nähe Portoferraio) gibt es wunderbare Strände, mit ganz weissem Kies. Dadurch hat das Wasser eine wunderbare Türkisfarbe. Der schönste Strand ist ‘Spiaggia di Capo Bianco’. Da kann man von der Wasserseite her mit dem Boot ziemlich nahe an den Strand fahren, glaube ich. Ansonsten weiterhin schöne Reise, wünsche ich. Gruss. Fredy

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