La bella Vita di Sardegna

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Seppi (unser Beiboot) brauchte auch wieder mal Auslauf. Seit Mallorca war er nur noch als dicker Fender im Einsatz gewesen. Auslauf bekam er in der Bucht von Porto Pino.

Nach dem wir aus Carloforte ausgelaufen waren, hatten wir eigentlich vorgehabt bis nach Capo Malfatano durchzuziehen. Aber da wir noch endlos mit unseren Stegnachbarn Mel und Margaret gequasselt hatten, merkten wir irgendwann, dass wir es nicht mehr vor Sonnenuntergang bis in die Ankerbucht von Malfatano schaffen würden, trotz wunderbarem Am-Wind-Kurs.

Wir sind ja weiss Gott keine Feiglinge, aber in der Nacht an einem unbekannten Ort ankern – das liessen wir lieber bleiben wenn es sich vermeiden liess. Denn beim Ankern in der Nacht schlägt Crewmitglied Murphy besonders gern zu.

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Und so bogen wir halt in die Bucht von Porto Pino ab, wo wir noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang Anker werfen konnten. Und sogar für ein Dinner an Deck reichte es noch, bevor wir uns müde in die Kojen verkrochen.

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Und am nächsten Tag ging’s dann eben mit Seppi an Land. Die Bucht sah vom Schiff aus so schön aus, rundherum Natur pur und nur noch vereinzelt Badegäste. Viele der Strandbars waren schon abgebaut und nur noch an zwei Orten gab es was zu trinken und Liegestühle.

Ich hätte gerne gewusst, wie die unter Naturschutz stehende Bucht den Rummel in der Hochsaison wohl wegsteckt…!

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Ein Spaziergang hinter die Dünen offenbarte dann den alten Fischerhafen im Canale Lungo von Porto Pino. Das machte so richtig Lust auf Fisch und so fragten wir einen der Fischer, wo es denn Fische zu kaufen gäbe. Er antwortete uns, dass heute Ruhetag sei und es erst morgen wieder frischen Fisch gäbe. So ein Pech aber auch!

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Wir paddelten zum Schiff zurück und lichteten schon bald Anker. Der schöne Nordwestwind war immer noch in Aktion und so konnten wir schon am Anker die Segel setzten und Am Wind noch auf Sightseeing Tour gehen in der Bucht.

Dabei hätten wir fast einen Taucher überfahren, der mit der Harpune viel zu weit weg von seinem Dinghi unter Wasser sein Unwesen trieb. Wir waren ganz schön erschrocken, als nur 20 Meter vor uns plötzlich ein Taucher auftauchte und mit der Harpune wedelte. Wir luvten sofort an und konnten den Gummimann aber problemlos umfahren.

Und nachdem wir gegenseitig das Tauchzeichen für „Alles O.k.“ ausgetauscht hatten, segelten wir von Dannen. Der hätte sicherlich eine saftige Beule am Kopf gehabt wenn er mit uns kollidiert wäre. Zum Glück waren wir nicht unter Motor. Schwein gehabt…!

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Mit schönem Rückenwind erreichten wir dann doch noch die Ankerbucht von Malfatano, die uns Mel und Margaret so ans Herz gelegt hatten. Und erst als wir mit einer Halse in die Bucht abbogen, wurde uns klar, wie stark der Wind den ganzen Tag geweht hatte: mit fast 8 Knoten schossen wir auf die Ankerbucht zu. Aber zum Glück kennt man ja sein Bootchen mit der Zeit ein bisschen und wir rollten in aller Ruhe das Vorsegel ein und das Grosssegel zog uns bis fast zum Ankerplatz, wo angenehme (fast) Windstille herrschte.

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Schnell noch ein bisschen Schnorcheln (Anker gucken) und dann ab an Land, wo wieder einmal ein feiner Mojito und Chillout Stimmung auf uns wartete.

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Der Wind war immer noch…na ja…üppig und es war gut, dass die Bar fest am Boden verankert war, sonst hätte sie wohl bald abgehoben.

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Aber nach Sonnenuntergang liess auch der Wind nach und wir konnten den Anblick der im letzten Sonnenlicht gebadeten Isla Tuarredda geniessen.

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Am nächsten Morgen schafften wir es grad noch knapp unter Segeln bis um die Ecke des Capo Sportivento, bevor uns die Luft ausging. Und als wir das Capo di Pula passierten, war Crewmitglied Yanmar bereits fleissig im Einsatz.

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Was nicht immer ein Nachteil sein muss: so konnte Skipper Max in aller Ruhe noch ein wenig arbeiten. Der Ärmste. Im Hintergrund war bereits die Stadt Cagliari zu sehen.

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Cagliari hat ein halbes Dutzend Marinas und so machten wir erst mal eine Sightseeing Tour durch’s Hafenbecken, bevor wir uns für die Marina Porto Karalis entschieden. Die war am nächsten beim Stadtzentrum und dank Nachsaisonpreisen sogar erschwinglich.

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Wir stürzten uns noch ins kulinarische Nachtleben von Cagliari, das zum Glück nicht allzu weit von der Marina bereits los ging. Für mich gab’s wieder mal Spaghetti Vongole und für Max Fritto Misto di Mare.

Und ausnahmsweise gab’s sogar mal ein Dessert…! Das war so selten bei uns wie eine…ihr ahnt es schon…Sonnenfinsternis!! Sorbetto di Lemone und Triamisu gab’s. Was wegen der von der üblen Beleuchtung versauten Farben fast nicht zu erkennen ist.

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Am nächsten Morgen ging’s dann ab zur Stadtbesichtigung. Cagliari hat ein paar happige Hügel zu bieten, die erklommen werden wollten. Aber dafür bot sich dann von dort aus auch ein toller Ausblick über die Stadt.

In einem hübschen Negozio kauften wir dann noch Früchte und sonst noch ein paar Sachen. Wir hatten einfach nicht widerstehen können beim Anblick der leckeren Früchte und so schleppten wir die Sachen halt mit uns herum.

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Hinten im Bild ist die lange Hafenmole erkennbar, die das riesige Hafenbecken der Stadt umschliesst. In der linken Ecke sind dann noch zwei der Marinas zu erkennen. Rechts, nicht sichtbar im Bild war irgendwo die Marina Karalis, wo AnnaSophie lag.

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Cagliari hatte eine wunderschöne, anstrengende Altstadt. Es ging wie Irre auf- und ab. Und solch vergammelte Grandezza hatten wir zuletzt in Palermo erlebt. Aber die Gassen und Häuser waren voller Leben und das gefiel uns auf Anhieb.

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Im höchsten Teil der Altstadt entdeckten wir dann den Torre dell’ Elefante, einen der verbliebenen Wachtürme im Castello Viertel. Das Ding konnte man sogar be- Steigen, in diesem Sinne des Wortes!! Da lohnte es sich sogar, mal kurz die Höhenangst zu überwinden…

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…denn der Ausblick von dort oben war phantastisch!

Als wir heil wieder unten waren, entdeckten wir noch ein kleines Restaurant, wo wir uns zur Belohnung noch einen Snack und ein Glas Weisswein gönnten. Dort gefiel es uns so gut, dass wir gleich einen Tisch für den Abend reservierten.

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Gegen Abend zogen wir dann von der Marina aus wieder los Richtung Altstadt.

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Von der Stadtmauer in der Nähe des Torre dell’ Elefante hatte man einen herrlichen Ausblick über die schön erleuchtete Stadt.

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Dann spazierten wir zum Restaurante „Su Tzilleri è su Doge“ (Keine Ahnung was das heisst) und genossen unser Abendessen unter freiem Himmel. Und nicht zu vergessen den exzellenten Wein, einen Isola dei Nuraghi. Hier wurde nach dem „Slow Food“ Prinzip gekocht, was so viel hiess als nur ausgesuchte, lokale Produkte in der Küche verwendet wurden. Und so schmeckte es dann auch, frisch und exzellent.

20161003-21Mamma mia, si mangia bene in Italia!!

 

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