Mit viel Energie zur Energie

Nevernevernight  0:55 Uhr  Irgendwo in Skandinavien

Max ist wieder da. Und Gas haben wir auch wieder. Oder besser gesagt, es gibt wieder (heissen) Kaffee an Bord. Weil exakt an dem Morgen, als Manfred und Max in die Schweiz zurückflogen, ist uns hier an Bord das Gas ausgegangen. Was eigentlich nicht weiter schlimm wäre, gell? Alte Flasche raus, neue Flasche rein, anschliessen, fertig. Jaja.

Aber doch nicht hier in Skandinavien. Als wir letztes Jahr losfuhren, hatten wir zwei prall gefüllte holländische Gasflaschen an Bord. Das heisst, die Flaschen selbst sind ja international genormt. Aber die Anschlussventile waren holländisch. Irgendwo in Schweden ging uns die erste Flasche dann aus. Was nicht weiter schlimm war, wir hatten ja noch Flasche zwei. Und die reichte dann auch bis ins Winterlager.

Als wir diesen Juni dann das Boot im Wasser hatten und zum ersten mal besagten Kaffee brauen wollten, stellten wir fest, dass die zweite Flasche auch leer war. Offenbar hatte sich das restliche Gas verflüchtigt über den Winter. Kein Problem. Mit dem Velo und der leeren Flasche zum Hafenmeister, gegen einen neue eintauschen. Mit neuer Flasche zurück zum Schiff und – oh Schreck! Die haben hier andere Anschlüsse, sprich, Flasche lässt sich nicht anschliessen. Anschliessend suchten wir zwei Tage die ganze Stadt ab nach einem passenden Flaschenventil. Aber da war nix zu finden. Zum Glück musste Heinz damals am Samstag ohnehin nach Skövde und so konnte er uns dann zum Baumarkt mitnehmen, wo wir nach akribischer Suche und dank Heinz’ geschultem Auge das passende Ventil fanden. Und so segelten sie glücklich und mit einer vollen Flasche in die weite Welt…

Tja, und nachdem ich nun allein in Moss sass und nach dem ersten kaffeelosen Tag und den ersten Entzugserscheinungen erst mal rausfinden musste, wo es denn überhaupt Gasflaschen zu kaufen gab, wurde mir bewusst, dass das gar nicht so einfach war. Denn die Marina in Moss ist eher kümmerlich und einen Hafenmeiser oder Shipchandler gab’s hier weit und breit nicht. Nachdem ich dann erst mal das Internet zum laufen gebracht hatte, konnte ich wenigstens online suchen. Also Gasflasche auf’s Velo gepackt und ab an die erste Tankstelle. Die hatten die passenden Flaschen aber – ihr habt es sicher schon erraten – der Anschluss passte nicht! Dann zweite Tankstelle und noch ein Supermarkt. Überall das Gleiche. Anschluss passt nicht. Und weit und breit kein Baumarkt. Inzwischen war es in Moss so schwül, dass man die Luft mit dem Messer schneiden konnte und mir der Schweiss in Bächen herunter lief. Aber schwitzen soll ja gesund sein.

Am Abend konnte ich dann Max telefonisch und Heinz via Chat mein Leid klagen. Max fand als erster eine brauchbare Lösung. Es gab offenbar in der Nähe von Moss einen Ort wo man Gasflaschen aller Art wieder auffüllen lassen konnte. Bingo.

Am nächsten Tag bestellte ich mir ein Taxi und liess mich mit meinen zwei leeren Gasflaschen zu besagtem Ort ausserhalb Moss chauffieren. Die Fahrt dahin dauerte zwanzig Minuten, das Auffüllen zwei Minuten. Mit dem Taxi und den vollen Flaschen wieder zurück zum Hafen und überglücklich konnte ich die gleiche Flasche wieder anschliessen und mir anschliessend ein Tässchen Kaffe gönnen. Ich muss ja nicht extra erwähnen, dass dieser besonders gut schmeckte. Und das obwohl die Rechnung für das Taxi doppelt so hoch war wie die Füllung der Flaschen…

20140706-02Am nächten Tag, als Max wieder hier war, hatten wir natürlich allen Grund zum Feiern. Und so zogen wir durch die Stadt und schauten uns noch all die Ecken an, die wir bisher aus Zeitmangel ausgelassen hatten. Voilà Moss….!

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