Neuer Tag, neues Ziel

Es ist fünf Uhr in der Früh und wir sind schon unterwegs auf dem Meer. Da wir früh genug an unserem Ziel, der Insel Belle Isle ankommen wollten und wir dazu etwa 50 Seemeilen zu bewältigen hatten, nutzten wir diese Gelegenheit, um einen Sonnenaufgangstörn zu machen.

20150719-02Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, unter Segeln durch die Nacht zu fahren und dann irgendwann den ersten Schimmer des neuen Tages am Horizont zu entdecken. Und wir waren lange nicht sicher, ob wir den Sonnenaufgang auch wirklich sehen würden, da der Himmel eigentlich bedeckt war. Ob es wohl klappen würde…?

20150719-03Und dann war sie da!! Um 6:31 ging die Sonne auf und wir hatten einen Logenplatz!

20150719-04Ich weiss ja nicht, wie viele Sonnenauf- und Untergänge ich während all meiner Törns gesehen habe, aber es ist jedes mal von Neuem ein Spektakel!

20150719-05Aber irgendwann war das wundervolle Spektakel vorüber und der Himmel zeigte sich wieder von seiner mürrischen Seite. Und diesmal zog er eine ordentliche Schnute. Das bedeutete meist nichts Gutes. Wir würden wohl bald ordentlich die Hucke voll kriegen.

20150719-07Und so kam es dann auch. Aber da wir die Segel eh schon wegen Windmangel eingerollt hatten, mussten wir uns einfach noch ducken und untendurch und motorten durch sämtliche möglichen shades of grey. Bald war der grösste Teil der Crew von dem mühsamen geschaukel und dem Brummen des Motors abgedriftet ins Land der Träume.

20150719-06Eine freudige Abwechslung boten wieder einmal mehr die Delfine. Einer davon begleitete uns ein Weilchen und zeigte seinen Unterwasserkapriolen einem interessierten Publikum.

Das ist zwar nur ein kurzes Filmchen, aber es zeigt durchaus, zu was diese Schwimmkünstler so fähig sind…

20150719-08Kurz vor dem Ziel und nach acht Stunden zähem Kämpfen durch Wellen, Flaute und Regen hellte es dann doch noch auf und wir erreichten den Hafen von Le Palais auf der Insel Belle Isle. Dort wurde uns vom Hafenmeister ein Platz an einer Boje innerhalb der schützenden Hafenmauern zugewiesen.

20150719-09Schnell machten wir das Dinghi flott und Skipper Max ruderte seine Crew auf die gegenüberliegende Seite, wo wir die hart verdienten Sonnenstrahlen, die schöne Szenerie und sonstige Köstlichkeiten genossen.

20150719-10Babymöve und die Hafeneinfahrt

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20150719-12Nach dem sich die letzten Boote in den durch ein Wehr vor den Gezeiten geschützten Inneren Hafen bewegt hatten, konnten wir über die Brücke zum Palais hoch steigen. Das Palais stand inmitten einer imposanten Burganlage. Da wir sehr spät waren, blieb uns der Zugang zur Burgmauer versperrt, von der man einen super Ausblick auf die Ortschaft gehabt hätte.

20150719-13Aber ich habe noch ein Foto aus dem Jahr 2011 gefunden und somit kann ich Barbara und Claudia zeigen, was sie verpasst haben…

20150719-14Und so genossen wir halt einfach den Ausblick auf der anderen Seite. Dann ging’s zurück ins Städtchen, wo wir im Garten eines netten Bistros noch zu Abend assen.

20150719-15Irgendwann ging’s dann mit dem Dinghi zurück zum Boot, das an der Hafenmauer auf uns wartete. Und dafür dass so viele Boote auf so engem Raum aneinander hingen, wurde es eine ruhige erholsame Nacht.

20150719-16Gummi contra Stahl – da lässt man lieber den Vortritt…

Am nächsten Tag, nachdem wir ausgeschlafen hatten (heute mussten wir nur eine kurze Strecke machen) und einem ausgiebigen Frühstück ruderte der Skipper die Crew samt Brommies zum Städtchen hinüber, damit diese auf Entdeckungsfahrt gehen konnte.

Da es schon gegen Mittag ging, fing sich das Bootknäuel an der Hafenmauer langsam an aufzulösen. Und schon bald würden die nächsten Boote eintreffen. Und so beschlossen Max und ich (nach einer unbefriedigenden Diskussion mit der Hafenmeisterin), das Boot vor dem Hafen an eine Boje zu legen, um dem Tohuwabohu der einparkierenden Neuankömmlinge zu entgehen.

Max fuhr dann rechtzeitig mit dem Dinghi zurück in den Hafen, um Claudia und Barbara und die Brommies abzuholen. Ich hätte ja nicht deren Gesichter sehen wollen, wenn sie das Boot nicht mehr gefunden hätten…

20150719-17Inzwischen war es so heiss geworden, dass es für die hälfte der Crew warm genug zum Schwimmen war. Die andere hälfte der Crew waren offenbar noch nicht auf Betriebstemperatur. Ich nenne jetzt keine Namen… 😉

20150719-18Und bald waren wir von der Boje weg und die Segel standen auch schon bald und es ging in flottem Ritt über die Baie du Quiberon Bucht Richtung La Trinité-sur-Mer.

20150719-19Nach dem Segel bergen fuhren wir im Zickzack den langen Schlauch bis nach Trinité-sur-Mer hinauf. Da wir uns via Funk angemeldet hatten, musste Barbra Ausschau halten nach dem Hafenmeister, der uns mit dem Dinghi an unseren Platz leiten würde.

Uns wurde ein freier Platz an einem Steg mit Dauermietern zugeteilt. Unsere AnnaSophie war zwar ein klitzekleines Bisschen zu gross für den Platz, aber mittlerweile konnte das eine so routinierte Crew nicht mehr schrecken und im nu lag unser Riesenbaby sicher vertäut zwischen all den anderen Booten.

20150719-20Nach einer Dusche an Bord machten wir uns Ausgehfein und spazierten in Richtung der Aquaculture Jaouen, einer Krabben- und Muschelzucht, der auch ein Restaurant angegliedert war.

Der Verkaufsraum war zwar schon aufgeräumt, aber immer noch beeindruckend. Da gab es Muscheln und Krabben zu kaufen, die man bei uns gar nicht kannte.

20150719-23Max und ich waren das erste mal im Jahr 2011 hier und dann nochmals im Jahr 2012. Und wenn wir je wieder nach Trinité-sur-Mer komme, dann gehen wir sicher wieder hier essen. Das Restaurant ist brachial, einfach und unkompliziert. Man sitzt an langen Tischen und lässt es sich gut gehen. Und die Produkte sind garantiert frisch.

20150719-21Als Vorspeise gab es Austern und Palourdes, nicht roh, sondern mit Kräutern überbacken. Das war so lecker, dass wir gleich nachbestellten.

20150719-22Und dann gab’s – nun ja, man kann sich schon dran gewöhnen – Moules et Frites und Champagner.

20150719-24Und beim Rückmarsch hatten wir dann noch diese Aussicht von der Brücke. Was für ein gelungener Tag!!

2 Kommentare
  1. Hallo Max und Doris
    So wies aussieht seid ihr auf einem wunderschönen Trip unterwegs…
    könnt ihr mir mal den AIS Namen angeben ich kann euch nicht finden auf der Insel Belle Isle
    in le Palais sehe ich nur ein Schiff namens “Vindilis und ein Jules” 😉
    Gruess und frohes Segeln mit der Anna Sophie
    …übrigens super Blog…

  2. Liebe Doris, lieber Max
    Unvergessliche Tage erlebten wir in der Bretagne, haben ein authtentisches Frankreich kennen gelernt. Wild, rauh und schön ist die Natur und die Leute, die da wohnen, wunderbar die Gerichte aus dem Meer, mit prickelndem Champagner dazu (der Richtige, bien sure) ich werde es nie vergessen !! Mad Max Adventure Tour hat nicht zu viel versprochen, wir hatten eine super schöne Woche an Bord der Annasophie verbracht. Skipper und Co-Skipperin steuerten uns immer sicher zum nächsten Ort, durch Regen, Nebel, Untiefen, Meeresströmungen, Wellengang … Viel haben wir erlebt, eine gute Zeit zusammen verbracht, gelacht und uns wohlgefühlt, waren gut umsorgt und haben uns bestens erholt. Merci beaucoup !!
    Salue, Barbara

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