14. Juliet en Bretagne

14. Juli – Nationalfeiertag in Frankreich. Feuerwerk vom Logenplatz aus!!! Und ein Feuerwerk von Erlebnissen ist in den letzten Tagen auf uns nieder gegangen, einfach wunderbar!!

20150715-01Als wir die Ankerbucht der Ille de Bréhat verliessen, hatte sich auch die Sonne erst mal für ein Weilchen verabschiedet. Wir konnten die Strecke bis nach Roscoff, unserem nächsten Ziel noch unter Segeln zurücklegen.

20150715-02Die Marina von Roscoff ist erst ein Jahr alt und bot alle Annehmlichkeiten, die man sich wünschen konnte. Nur Platz hatte es keinen. Wir hatten wieder mal das grosse Los gezogen und uns einen Hafen ausgesucht, in dem grad eine grosse Regatta organisiert wurde. Und so mussten wir uns an die Klampen eines Dauerliegers mit offensichtlichem Nachwuchs legen. Aber hier wir waren wir wenigstens vor Wind, Strömung und Schwell geschützt.

20150715-03Und auch der Zoll kam zu Besuch in die wuselige Marina. Aber an uns hatten sie zum Glück kein Interesse und so konnte wir uns schon bald wieder auf den Weg machen.

20150715-04Der Tag fing eigentlich ganz gut an. Es gab ausreichend Wind, einfach nicht ganz aus der gewünschten Richtung. Aber wir waren zuversichtlich, dass wir die lange Strecke die wir uns für heute vorgenommen hatten, mit ein bisschen Aufkreuzen schon schaffen würden. Und dann machten wir die erste Wende. Und dann war die Luft draussen. Auf dem Kurs-Anzeigegerät konnte man deutlich sehen, dass wir regelrecht rückwärts fuhren. Wir waren wieder mal voll in die massive Strömung des Ärmelkanals geraten.

Frustriert gaben wir auf. Wir wussten, dass wir die Strecke bis zur Ille d’Ouessant so nie schaffen würden. Und nach Brest mussten wir ja auch noch irgendwann mal.

Und so motorten wir murrend die Strecke bis zu unserem nächsten Ziel. Nicht nur unser Frust, auch die hohen Wellen und die Dünung machten uns arg zu schaffen. Diesen Tag würden wir definitiv unter der Rubrik „Gut haben wir’s hinter uns“ ablegen können.

20150715-05Und als wir bei Sonnenuntergang müde und zerzaust in die ruhigen Wasser der Ankerbucht einfuhren, war die Welt schon fast wieder in Ordnung. Bis uns ein Englisches Boot den letzten Bojenplatz wegschnappte. Aber das kostete uns nur noch einen verächtlichen Seitenblick. Routiniert legten wir mitten in der tiefen Hafeneinfahrt vor staunendem Publikum (Crews von 4 Booten sahen uns gespannt zu) unsere 45m Ankerkette aus, montierten seelenruhig unser Verdeck und stiessen bei einem Campari-Orange auf unseren Tagestörn an. Nach dem Essen wurde es dann schon bald still auf unserem Schiff.

20150715-06Als wir am nächsten Morgen nach einer ruhigen Nacht beim Frühstück sassen, wurden wir plötzlich von einer dicht an uns vorbei fahrenden Fähre ordentlich durchgeschüttelt. Und als wir dem Kapitän freundlich zuwinken wollten, deutete dieser uns ziemlich gestenreich an, dass wir hier verschwinden sollten. Offenbar war es doch nicht so eine gute Idee gewesen, mitten in der Hafeneinfahrt zu ankern.

Aber das konnte uns nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Brötchenkauend begab sich Max ans Ruder und motorte der Kette entlang aus dem Fahrbereich der Fähre heraus, wiederum gespannt beobachtet von den an den Bojen hängenden Crews. Die Fähre verschwand wieder und wir strichen noch ein Brötchen. Und als wir nach dem Frühstück auch noch am Anker unsere Segel setzten und seelenruhig aus der Ankerbucht segelten, hatten die anderen Crews wohl wieder mal für eine Weile Hafenkino vom Feinsten gehabt.

20150715-07Der Wind war super und kam sogar aus der für uns richtigen Richtung. Zwischendurch musste wir zwar mal den Motor anwerfen, weil die Strömung mit 4 Knoten gegen an kam, aber am Schluss erwischten wir den richtigen Strom und so konnten wir uns unter Segeln so richtig schön nach Brest spülen lassen.

20150715-08Mittlerweile war das Wetter so schlecht geworden, dass man das Gefühl hatte es sei November. Aber wir erreichten die Marina du Chateau ohne Probleme und nachdem wir vor der Marina Einfahrt noch eine halbe Stunde kreisen mussten, bevor sie uns einfahren liessen, lagen wir bald sicher vertäut an unserem Plätzchen.

Und dann ging’s los. Schiff putzen, Wäsche waschen, Einkaufen, Toilette wieder Instand stellen (es hatte uns vor ein paar Tagen beim Toilette spülen Seegras im Ventil verklemmt) stand auf dem Programm. Denn am nächsten Tag erwarteten wir Besuch!!

20150714-02Und am Montag Abend, pünktlich um 18:36 trafen Claudia und Barbara, unser Besuch aus der Schweiz in Brest ein.

20150714-03Und das musste natürlich ausgiebig gefeiert werden. Beim Krabbenessen auf Bretonische Art haben wir einen geselligen Abend verbracht….

20150715-11…die ersten Kontakte gemacht mit den verschiedensten Schiffen, der Marina und natürlich AnnaSophie…

20150714-0420150714-01…und anschliessend wie gesagt das Feuerwerk zum Französischen Nationalfeiertag genossen.

20150715-09Am nächsten Tag ging es dann zur Sache. Nachdem auf dem Schiff kurz fast die Panik ausgebrochen wäre, als wir feststellten, dass am 14. Juli in Frankreich tatsächlich alle Läden geschlossen sind und wir dank den exzellenten Französischkenntnissen von Claudia doch noch ein Geschäft aufspüren konnten, um Vorräte aufzufüllen, machten wir uns auf den Weg Richtung Meer.

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Bald schon kam unser Besuch in den Genuss einer ordentlichen Sauertoff Überdosis.

20150715-10Aber als sich die Küste langsam in zerklüftete Felsengebilde auflöste, ging es dann zur Sache:

20150715-13Nachdem die beiden Neulinge dem Skipper ein Weilchen zugeschaut hatten, waren sie an der Reihe, das Ruder in die Hand zu nehmen.

20150715-14Und Beide machten ihre Sache ausgezeichnet!

20150715-15Erst spät am Abend erreichten wir unser Ziel, die Insel Ille de Sein. Dort warfen wir Anker und nach einem gemütlichen Abendessen an Bord und nachdem wir noch ein wenig Seemannsgarn gesponnen hatten, wurde es schon bald ruhig auf dem Schiff.

20150715-16Und ganz grosses Seemanns Ehrenwort! Beim Nachtessen boten uns einige Delfine vor diesem Felsen und genau vor unserem Boot noch eine Showeinlage mit Sprüngen und Kapriolen. Leider war ich mit meiner Kamera nicht schnell genug, um das Spektakel zu dokumentieren, aber was soll’s, wir fanden es hinreissend.

Und wer’s nicht glaubt? Ich habe drei Zeugen. Ganz grosses Seefahrer Ehrenwort!

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