Am nächsten Morgen sah Dunkerque schon wesentlich besser aus. Als erstes bestiegen wir den Beffroi Turm gleich neben der Kathedrale Saint Eloi im Stadtzentrum und verschafften uns einen Überblick…
Man konnte schon von Oben deutlich sehen, dass Dunkerque kein historisches Zentrum mehr hatte. Kein Wunder, nach den Zerstörungen von zwei Weltkriegen. Die meisten Bauten stammten wohl aus den Nachkriegsjahren und waren dementsprechend düster, trotz des fröhlichen Ziegelrots.
Da die Marina über ein zwar neues, aber nicht funktionierendes WLAN verfügte (Le Collegue à essayé un truc, mais ca ne marche pas pour l’instant), machten wir uns wieder mal auf die Suche nach einem Anschluss an die grosse weite Welt. In der Stadt klapperten wir alles ab, aber da war nix zu machen. In den Café’s wird Café getrunken, c’est tout!
Suchbild mit AnnaSophie (ganz zuhinterst rechts)
Dann versuchten wir es entlang der Promenade von Malo-Les-Bains und fanden den gesuchten „Free WIFI“ Kleber an der Türe von einem der vielen Restaurants. Wir setzten uns auf die Terrasse und da es Mittag war, bestellte Max noch eine Portion Frites zum Bier. Aber offenbar sind in dieser Gegend Frites ohne Muscheln undenkbar und so kam halt noch eine Portion Muscheln mit dazu, bon appétit ! Bei meinem Laptop funktionierte das Internet gar nicht und bei Max spärlich.
So gegen vier Uhr fuhren wir auf unseren Brommies los Richtung Leffrinckoucke (Sorry, aber ich hab den Namen nicht efunden). Dort besuchten wir das historische « Fort des Dunes », wo im Jahr 1940 die « Operation Dynamo » durchgeführt wurde. Das war eine Evakuierungsaktion der Alliierten, um eingekesselte Verbündete zu befreien. Am besten googelt ihr den Begriff mal bei Gelegenheit, war eine spannende Sache.
51° 3’12.03″N / 2°26’49.14″E Der Eingang zum Fort
Verschlungene Pfade, verborgene Verstecke – für hunderttausende Leute ?!?
Der kleine Kerl staunte nicht schlecht, als wir mit geschulterten Rädern in sein Revier eindrangen…
Ich habe dann mein armes Bike einfach geschultert und den Rest des Weges getragen. Aber es war heiss und rutschig und einen Tortur.
Und dann konnten wir nur noch staunen ob der versunkenen Schätze aus vergangenen Zeiten…
Als Abschluss umrundeten wir noch das Sanatorium von Zuycoote, das schon im 2. Weltkrieg als Sanatorium für Kriegsverletzte diente – und heute noch in Betrieb ist. Auch als Filmkulisse für verschiedene Französische Filme war das Gebäude offenbar sehr beliebt.
Dann machten wir uns auf den Heimweg und strampelten gegen den Wind zurück an die Promenade von Malo-Les-Bains, wo wir noch was essen wollten.
Wir waren so durstig, dass wir schon beim ersten Restaurant anhielten und nach einem Platz fragten. Wir hatten Glück und so konnten wir diesen spannenden und anstrengenden Tag bei einem feinen Essen ausklingen lassen…
Mit letzter Kraft strampelten wir zurück in die Marina, wo wir nur noch in die Betten plumpsten in der Hoffnung, am nächsten Tag wieder fit zu sein für die Überfahrt nach Dover…