Lange Leitung

Tja, wie hast du das doch so schön geschrieben, Heinz? “Die Freuden des Skippers sind seine Leiden”. Wie recht du doch hast. Und nein, Beatrice, wir sind noch nicht unterwegs, wir liegen immer noch fest vertäut am Gästesteg der Flevo Marina, ganz nah am Rand des Wahnsinns.

20150602-01
Seit Tagen hat sich Max abgemüht, endlich unser Bord WLAN in Betrieb zu nehmen. Jetzt funktioniert alles, aber um mit einem der wackeligen Gratis WLANs hier im Hafen Verbindung aufzunehmen, ist der Mast wahrscheinlich zu hoch, hahaha. Und eine eigene SIM Karte haben wir noch nicht. Die werden wir uns in England besorgen.

Nicht nur dass das Chaos im und am Boot kein Ende zu nehmen scheint, so ist uns am letzten Donnerstag auch noch der Kühlschrank kaputt gegangen. Schnell haben wir darauf hin mit Webasto Kontakt aufgenommen und am Freitag Nachmittag fanden wir endlich jemanden, der sich gnädig zeigte und uns so schnell wie möglich einen Servicemann versprach. In der Zwischenzeit behalfen wir uns mit gekauftem Eis aus dem Laden der Marina. Diese Eissäckchen leiden leider an Inkontinenz und so schwamm unser Salat bald einmal fröhlich im Kühlschrank umher. Aber die Sachen waren wenigstens kühl. Und nass.

Der Servicemensch erschien am Samstag auch prompt, nahm die Arbeit aber erst auf nachdem wir ihn im Voraus, Bar und mit Wochenendzuschlag bezahlt hatten. Rhhhaaaa! Beim Verlassen des Bootes hat er uns dann mit dem schweren Equipment noch einen Kratzer ins Teakdeck gemacht und nach kurzer Zeit lief der Kühlschrank dann überhaupt nicht mehr. Also wieder in den Marinaladen und Eis bunkern. Am Montag rief Max noch mal bei Webasto an und nachdem er etwas Dampf abgelassen hatte, versprach man uns ein Ersatzgerät – gratis – da der Kühlschrank noch haargenau vor Ablauf der Garantie kaputt gegangen war. Wie schön.

Was nicht so schön ist, ist dass der Kühlschrank aus Polen geliefert werden muss, sprich, er wird erst etwa am Donnerstag hier sein. Und wenn wir Pech haben, wird es Freitag werden, bis das Ding eingebaut sein wird. Somit wird es also sicher Samstag, bis wir vielleicht von hier los kommen.

Aber vielleicht musste das ja alles so sein. Denn in den letzten Tagen hat es hier in Lelystad wieder mal ordentlich gestürmt und Internet war so gut wie inexistent. Und ich hätte ja so viel zu erzählen gehabt. Aber dafür hatten wir Zeit, alle anderen Arbeiten in Ruhe fertig zu nmachen.

Um, wie gesagt, nicht ganz dem Wahnsinn zu verfallen machen wir – so es das Wetter zulässt – ab und zu einen Spaziergang entlang des Dammes und sperren Augen und Ohren auf, um die Natur um uns herum aufzusaugen. Das holt uns meist wieder auf den Boden und macht fit für den Endspurt…

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Einfahrt der Flevo Marina
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Hinter dem Damm
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In der Marina
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Einfach nur schön

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